
Wenn Vergangenes im Heute weiterwirktManche Erfahrungen sind vorbei - und wirken trotzdem weiter. Vielleicht kennst du das Gefühl, immer wieder von bestimmten Erinnerungen, Gedanken oder Emotionen eingeholt zu werden, obwohl du längst verstanden hast, was passiert ist.
Du hast darüber gesprochen. Du hast versucht loszulassen. Und trotzdem reagiert dein Körper noch immer, als wäre die Situation nicht wirklich vorbei.
Belastende Erfahrungen hinterlassen nicht nur Spuren im Gedächtnis, sondern auch im Nervensystem. EMDR kann dabei helfen, diese Erfahrungen nachträglich zu verarbeiten und innerlich neu einzuordnen.


EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing - auf Deutsch: Desensibilisierung und Verarbeitung durch bilaterale Stimulation.
Dabei wird das Gehirn unterstützt, belastende Erfahrungen neu zu verarbeiten. Dies geschieht durch geführte Augenbewegungen, abwechselnde Töne oder sanfte taktile Reize.
Das Erlebte verschwindet nicht. Doch die emotionale Intensität kann sich deutlich verändern. Was vorher überwältigend war, kann sich mit der Zeit innerlich ruhiger, klarer und weniger belastend anfühlen.
Wenn belastende Erfahrungen nicht vollständig verarbeitet werden konnten, bleiben sie oft mit starken Gefühlen und Körperreaktionen verbunden. Schon kleine Auslöser können dann genügen, um Anspannung, Überforderung oder alte emotionale Zustände wieder spürbar zu machen.
Das zeigt sich häufig in Form von:
EMDR unterstützt das Gehirn dabei, diese Erfahrungen neu zu verarbeiten, sodass sie nicht länger mit derselben Intensität im Heute weiterwirken müssen.
Viele Menschen erleben dadurch:

EMDR kann bei vielen unterschiedlichen Belastungen unterstützend wirken, zum Beispiel bei:
Auch einzelne Erlebnisse, die bis heute emotional nachwirken, können mit EMDR bearbeitet werden.


Eine EMDR-Sitzung beginnt nicht sofort mit der Verarbeitung. Zunächst steht die Frage im Mittelpunkt, wie stabil du dich aktuell fühlst und was dein Nervensystem im Moment tragen kann.
Gemeinsam schauen wir auf deine aktuelle Belastung, deine vorhandenen Ressourcen und darauf, ob ausreichend Stabilität für diesen Schritt da ist. Erst wenn diese Grundlage vorhanden ist, beginnt die eigentliche Verarbeitung.
Dabei bleibst du jederzeit ansprechbar und handlungsfähig. Du behältst die Kontrolle über den gesamten Prozess.
EMDR ist keine klassische Gesprächstherapie. Nach einer Sitzung arbeitet das Gehirn oft über Tage oder Wochen weiter. Erinnerungen, Gefühle und innere Prozesse können sich nach und nach sortieren und integrieren.
Deshalb finden EMDR-Sitzungen in meiner Praxis in der Regel im Abstand von 3 bis 4 Wochen statt. Diese Zeit unterstützt dein Nervensystem dabei, das Erlebte zu verarbeiten, zu stabilisieren und Veränderungen im Alltag wahrzunehmen.
Zwischen den Terminen erhältst du bei Bedarf Impulse zur Selbstregulation und Stabilisierung.
So wirksam EMDR sein kann, so wichtig ist auch ein sicherer Rahmen. In manchen Situationen steht zunächst nicht die Verarbeitung, sondern die Stabilisierung des Nervensystems im Vordergrund.
Das kann zum Beispiel bei akuten Krisen, schwerer Dissoziation, akuter Suizidalität, Psychosen, schwerer Suchterkrankung oder fehlender emotionaler Stabilität der Fall sein.
In einem Erstgespräch schauen wir gemeinsam, ob EMDR aktuell sinnvoll, sicher und tragfähig für dich ist.
Viele Menschen haben Sorge, durch EMDR erneut überwältigt zu werden. Deshalb ist mir eine traumasensible, sichere und achtsame Begleitung besonders wichtig.
Für mich bedeutet das:
Du bestimmst jederzeit, was du teilen möchtest und was nicht. Nichts geschieht gegen dein inneres Tempo.
Wenn du das Gefühl hast, dass alte Erfahrungen dein Leben bis heute beeinflussen, kann EMDR ein hilfreicher Weg sein, um diese Belastungen behutsam zu verarbeiten.
In einem unverbindlichen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, ob EMDR aktuell zu dir, deiner Situation und deinem Nervensystem passt.
Du musst nicht länger gegen Erinnerungen kämpfen, die dein Nervensystem bis heute festhält.
